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Die kopernikanische Wende ist so lange her, dass wir sie nur für einen einmaligen historischen Zwischenfall halten, der einen theologischen Glaubensgrundsatz änderte. Nur, vor Kopernikus gab es noch keinen Anlass, dass die Theologie sich mit der Thematik beschäftigte. Es gab dazu kein Bibeltext und keine theologischen Vorgabe. Es war (noch) nicht „theologisch verboten“ darüber nachzudenken, ob die Erde oder die Sonne das Zentrum bildete. Die theologische Festlegung einer zentralen Erde erfolgte erst 90 Jahre nach der Veröffentlichung von Kopernikus Werk. Es gab auch schon damals Lehrstühle für Logik und Mathematik. Auch damals wurde schon logisch kausal gedacht. Es ist eine nachträgliche Arroganz, ein Mythos, davon auszugehen, dass die damaligen Logiker nur theologisch verblendet waren. Mit der Feststellung, dass die Erde keine Scheibe sondern eine Kugel ist ging die Gravitationskraft vom Mittelpunkt der Erde aus. Es konnte nur alles um die Erde kreisen. Die Kausalgesetze haben sich nicht geändert. Es gibt keine akausale Logik. Die Logik vergleicht und wertet Ursachen. Logik benötigt ursächliche/kausale Bezugspunkte. Bei einer unbekannten Entstehung existiert dieser ursächliche Bezugspunkt aber nicht. Mit dem Modell der zentralen Erde gingen alle Ursachen von Wirkungen von der Erde aus. Es gab keinen äußeren, kausalen/ursächlichen Bezugspunkt. Und umgekehrt, ohne äußeren Bezugspunkt musste die Erde der Ausgangspunkt von allen Wirkungen sein. Die Logik, das logisch kausale System bildete einen Zirkelschluss. Die Erde wurde die ursächliche Ausgangsbasis von allen Folgeüberlegungen und war allein-bestimmend. Der „einfache“ Begriff „Außerhalb der Erde“ existierte damals logisch kausal nicht. Eine zentrale Erde war ein logisch mathematisches Modell und kein nur theologischer Glaube. Die kopernikanische Wende änderte einen logischen Zirkelschluss, einen logischen Glaubensgrundsatz. Durch Kopernikus Raummodell verlor die Erde das Alleinstellungsmerkmal - der nur inneren Wirkung als zulässige Ursache. Er änderte damit auch, ungewollt, die bis dahin angenommene, ursächliche Ausgangsbasis der gesamten logischen Kette.

 

Es erfolgt immer erst die Wahrnehmung, dass etwas existiert. Wir sind darauf angewiesen, eine Wirklichkeit des Existierenden zu erstellen. Es gibt nur ein ursächliches Denkmodell. Bei einer unbekannten Entstehung gibt es keine Ursache. Die Erde ließ sich damals nicht ursächlich erklären. Ohne Ursache ist „Etwas“ immer vorhanden. Und umgekehrt, etwas immer Vorhandenes darf keine Ursache haben. Immer vorhanden und Entstehung aus dem „Nichts“ bewiesen sich gegenseitig und bildeten einen Zirkelschluss. Die Entstehung aus dem Nichts ließ sich nicht ursächlich ändern. Es konnte nur ein entsprechendes logisches Modell entstehen. Bei einer Entstehung aus dem Nichts gingen alle Wirkungen monopolar von der Erde aus. Eine Ursache außerhalb der Erde war akausal. Denken und Logik müssen ursächlich begründet sein. Mit einer zentralen Erde gab es kein ursächliches Außen. Jeder ursächliche Bezugspunkt außerhalb der Erde war unlogisch. Vorstellungsmodell des Raumes und logisch kausale Grenze bestimmten sich gegenseitig. Eine zentrale Erde mit einer Entstehung aus dem göttlichen „Nichts“ war damals kein nur theologisches Modell. Eine zentrale Erde bildete einen logischer Zirkelschluss und war ein logisch selbst-begrenzendes Raummodell. Etwas immer vorhandenes kann nur innere Wirkungen haben und kann nur aus dem göttlichen „Nichts“ entstehen, und umgekehrt.

 

Vor Kopernikus gab es den Begriff des selbständigen Raumes nicht. Ein von der Erde unabhängiger, absoluter Raum war unbekannt. Die Planeten umkreisten die Erde innerhalb des Erdmodells. Es gab kein kausales „Etwas“ außerhalb des Erdmodells / des Vorstellungsmodells. Ein Raum, eine Kraft, ein „Etwas“ außerhalb des Erdmodells war unlogisch und nur göttlich erklärbar. Die Himmelsphären, wurden „göttlich angetrieben“. Das Raummodell wurde ausschließlich von der monopolaren inneren Wirkung der Erde bestimmt. Erst mit Kopernikus Raummodell war ein kausaler/ursächlicher Bezugspunkt „außerhalb der Erde“ logisch vorstellbar. Kopernikus wollte nur die beim geozentrischen System bestehenden Paradoxien der Planetenbahnen lösen. Kopernikus Lösung war eine logisch philosophische Lösung für die paradoxen Grenzen des bestehenden logisch kausalen Systems. Kopernikus postulierte einen äußeren Bezugspunkt. Sein Raummodell erlaubte und erforderte, bipolare Wirkungen. Er änderte damit auch die ursächliche Basis der Logik. Mit seinem Postulat wurde die Erde als alleinige ursächliche Basis ungültig. Dies bedeute aber auch, dass damals alle Folgeüberlegungen ungültig wurden. Die Erde verlor ihr Alleinstellungsmerkmal. Alles musste und konnte neu gedacht werden. Es war nicht theologisch begründet, warum damals kaum jemand diesen Lösungsvorschlag akzeptieren und nachvollziehen konnte. Das gesamte Denkmodell wurde ungültig. Die Mathematik folgt der Logik und bildet kein eigenes logisches Modell. Seine Lösung verstieß gegen das bestehende logisch mathematische Modell. Es gab noch kein theologisches Modell. Über die Meinung der Mathematiker machte Kopernikus sich deshalb Sorgen, aber nicht über die Meinung der Theologen. Sonne oder Erde als Zentrum war (noch) ein logisch mathematischer Diskurs. Es gab damals (noch) keinen theologischen Konflikt. Aus Kopernikus Vorrede zu seinem Buch, an den Papst:
- Es wird aber vielleicht nicht so sehr darüber Deine Heiligkeit erstaunt sein, (...) wie es mir in den Sinn gekommen sein mag, entgegen der anerkannten Meinung der Mathematiker, ja nahezu entgegen allen gesundem Menschenverstand zu wagen, mir irgendeine Bewegung der Erde vorzustellen. -* * Nicolaus Copernicus - Das Neue Weltbild, Hans Zekl, Meiner Verlag 2006, S.71

 

Unser logisches System für ein kausales Außerhalb der Erde existiert erst seit - und durch - Kopernikus. Die Raumvorstellung, ein logisch vorstellbarer selbständiger und absoluter Raum, ein logischer Bezugspunkt außerhalb der Erde, wurde durch Kopernikus erst ermöglicht. Vor Kopernikus konnte eine Ursache für Wirkungen monopolar nur der zentralen Erde kausal (=ursächlich) zugeordnet werden. Jede äußere Wirkung war akausal/subjektiv und dadurch nicht logisch erfassbar, nur göttlich erklärbar. Die nur innere Ursache der Erde bildete die kausale Basis für das logische System von Ursache und Wirkung. Der Begriff akausal bedeutet nur: ursächlich nicht begründet. Ohne ursächliche Begründung ist eine Ausgangsbasis keine gesicherte logische Basis und keine ursächlich gesicherte Wirklichkeit. Die Erde entstand aus dem akausalen göttlichen „Nichts“ und war damit nicht ursächlich begründet. Dass bei einer Entstehung aus dem göttlichen „Nichts“ die Erde nicht ursächlich begründet war, konnte damals niemand wissen. Kopernikus Raummodell änderte die ursächliche Basis für das gesamte logisch kausale System. Dass diese Änderung der kausalen Basis in Folgeüberlegungen zu einer nicht mehr göttlichen Entwicklungsrichtung und Entstehung der Erde führen würde, konnte damals niemand ahnen, auch Kopernikus und Galilei nicht. Die Argumentation gegen das Modell beruhte deshalb auch nicht darauf. Ein äußerer, bipolarer, Bezugspunkt wurde durch Kopernikus postuliert und nicht aus dem bestehenden logisch kausalen mathematischen System generiert/abgeleitet. Kopernikus Raummodell änderte die kausale Ausgangsbasis und damit auch die logische Basis. Er verschob die logische Informationsgrenze. Der Beginn der logischen Kausalkette kann erst seit Kopernikus Raummodell außerhalb der Erde liegen. Dies war aber nicht von Kopernikus beabsichtigt. Das wissen wir erst heute.

 

Vorstellbares und Denkbares unterscheiden sich. Mit einer angenommenen Ursache wird etwas Vorstellbares denkbar. Es entsteht ein Denkmodell. Eine angenommenen Ursache dient dazu etwas denkbar zu gestalten um die Grenzen unserer kausalen Wirklichkeit zu überprüfen und zu ermitteln. Eine angenommenen Ursache bildet aber nicht gesichert die kausale Wirklichkeit ab und bleibt eine subjektive Empfindung. Ein geglaubtes Denkmodell und kein logisch gesichertes Modell. Auch eine angenommene subjektive Ursache kann zu der Ausgangsbasis eines selbstbeweisenden logischen Modells führen. Was damals, vor Kopernikus der Fall war - und auch heute noch der Fall sein kann. Die angenommene ursächliche Basis des gesamten logisch kausalen Systems, des gesamten Denk-Modells, beruhte vor Kopernikus auf der monopolaren innere Erdwirkung. Einer subjektiv empfundenen Ursache. Auch heute beruht die angenommene ursächliche Basis des gesamten logisch kausalen Systems, unser gesamtes Denk-Modell, auf einer subjektiv empfundenen Ursache. Die nur monopolare innere Anziehung der Materie ist, ohne Ursache, nur eine subjektive Empfindung.

 

Viele Menschen glauben, dass alles uneingeschränkt denkbar ist. Denkmodell und Logik beruhen aber auf Kausalität. Nur etwas ursächlich Begründetes bildet die ursächlich gesicherte Wirklichkeit. Wenn wir eine Vorstellung aufrecht erhalten wollen, sind wir darauf angewiesen eine Ursache zu generieren. Dies gilt auch für Selbstverständliches ohne Ursache. Es gibt keine akausale Logik. Logik benötigt einen kausalen Bezugspunkt. Wenn eine Ursache unbekannt ist, sind wir darauf angewiesen eine ursächliche Ausgangsbasis zu generieren. Es gibt immer eine (angenommene) ursächliche Ausgangsbasis, auf der alle Folgeüberlegungen beruhen. Die damals (angenommene) ursächliche Ausgangsbasis Erde bestimmte auch alle Folgeüberlegungen. Eine (angenommene) ursächliche Basis kann sich bei Folgeüberlegungen grundsätzlich nur selbst beweisen, oder die eigene Basis für alle Folgeüberlegungen, das Denkmodell selbst, wird zerstört. Die (vorläufig angenommene) Kausalität ist ein die Wirklichkeit bestimmendes, Postulat. Wenn die ursächliche Ausgangsbasis eines Vorstellungsmodells nicht stimmt, oder nicht beweisbar ist, entsteht immer ein sich selbst beweisendes komplexes logisches Konstrukt um die ursächliche Basis aufrecht zu erhalten, was damals der Fall war. Die Entstehung der Erde aus dem „göttlichen Nichts“ war damals eine logische Konsequenz der (angenommenen, falschen) ursächlichen logischen Ausgangsbasis.

 

Es gibt keine akausale Logik, eine Logik muss ursächlich begründet sein. Die Logik vergleicht und bewertet Ursachen. Das Problem dabei ist, dass die Logik auf den Vergleich von bereits bestehenden Ursachen angewiesen ist. Es gibt nur ein kausales Denken und eine kausale Logik. Beides bedingt sich gegenseitig. Beides wird nur aus den bereits bestehenden Ursachen generiert. Auch die Gesetze der Logik entstehen nicht aus dem Nichts. Das Kausalgesetz, dass die Ursache sich grundsätzlich in der Vergangenheit befindet, beruht nur auf der alltäglichen Erfahrung - des bereits Entstandenen. Bei einer unbekannten Entstehung existiert kein ursächlicher Bezugspunkt in der Vergangenheit. Das Kausalgesetz lässt bei Folgeüberlegungen zudem keinen ursächlichen Bezugspunkt in der Zukunft zu. Die logische Kausalkette bleibt zwingend innerhalb des Vorhandenen, des bereits Entstandenen. Es gibt keine akausale Logik. Eine Logik braucht kausale Bezugspunkte. Es gibt nur die Bezugspunkte des bereits Entstandenen/Vorhandenen. Auf Kausalität und Kausalgesetz des bereits Entstandenen beruhen alle Folgeüberlegungen. Es kann nur ein logisch selbstbeweisendes System für das bereits Vorhandene entstehen. Da die Logik auf dem Vergleich von Ursachen des bereits Bestehenden angewiesen ist, kann eine (angenommene) ursächliche Basis nicht verändert werden. Alle Folgeüberlegungen wären bei einer Änderung der ursächlichen Basis ungültig. Das logisch Denkbare ist eingeschränkt. Wenn die ursächliche Ausgangsbasis des Vorstellungsmodells als logische Basis nicht stimmt, kann diese Einschränkung als logische Informationsgrenze nur durch Akausales und Paradoxien aufgezeigt werden. Die Gültigkeit der Kausalität selbst, wird eingeschränkt. Bei einer unbekannten Entstehung des bereits Vorhandenen gibt es keine ursächliche Begründung für eine Entstehung. Es gibt keine akausale Logik. Ohne ursächliche Begründung gibt es keine logische Basis. Etwas ohne Ursache kann nur aus dem akausalen „göttlichen Nichts“ entstehen.

 

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