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Die Vorstellung, wenn sich nichts verändere sei die Zeit Null, ist weit verbreitet. Bei einer „eingefrorenen“ Zeit - ohne Veränderungen - ist die Zeit aber nicht Null, sondern, im Gegenteil, unendlich. Alles braucht ewig viel Zeit. Strecke - geteilt durch Zeit = Geschwindigkeit. Das nächste Dorf erreicht man nur mit der schnellsten Geschwindigkeit in der kürzesten Zeit. Mit der langsamsten „eingefrorenen“ Bewegungsmöglichkeit brauchen wir „ewig“ viel Zeit, um das Dorf zu erreichen. Nicht die minimale, sondern die maximale Bewegungsmöglichkeit bestimmt den logischen Bezugspunkt für die Zeit. Nur mit einer unendlichen Geschwindigkeit würden wir das Dorf in der „Zeit Null“ erreichen. Dann hätten wir aber das Problem, dass die Distanz, der Raum, nicht mehr existiert. Raum und Zeitvorstellung sind nicht zu trennen. Es gibt keine unendliche Geschwindigkeit und keine Zeit Null. Die Lichtgeschwindigkeit bestimmt die maximale Bewegungsmöglichkeit der Materie. Kein Vorgang und keine Ursache können schneller sein. Die Lichtgeschwindigkeit wird zur ursächlichen/kausalen Grenze und zum Bezugspunkt für Raum und Zeit.

Die Zeit ist so selbstverständlich „natürlich vorhanden“, dass wir uns kaum Gedanken über die logische Grundlage der Zeit machen. Die Zeit ist aber keineswegs „natürlich vorhanden“. Die „Selbstverständlichkeit“ einer Zeitrichtung ist akausal und damit nur eine unbegründete akausale Empfindung ohne logische Basis. Es gibt keine logische Grundlage für eine natürlich vorhandenen Zeit. Dass die Zeit so ist, wie sie ist, wird einfach als logisch unerklärlich hingenommen. Für unsere „selbstverständliche“ Wahrnehmung, dass es unumkehrbare Vorgänge gibt, fehlt die logische und die physikalische Grundlage. Weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft gibt es einen kausalen Bezugspunkt für eine vorgegebene Entwicklungsrichtung der Materie. Es gibt keinen festen kausalen Bezugspunkt der Zeit in der Vergangenheit, es gibt immer ein „kausal noch davor“. Auch Akausales lässt sich messen, es lassen sich Messpunkte für die Zeit bestimmen. Es lässt sich aber für die Zeit kein kausaler Ausgangspunkt in der Vergangenheit bestimmen. Der Ausgangspunkt bleibt akausal und damit logisch nicht erfassbar. Auch für die Empfindung einer unumkehrbaren zeitlichen Entwicklung „eines Zeitflusses“, gibt es keine kausale Basis und auch kein logisches System. Die Zeitempfindung ist akausal und bleibt dadurch eine logisch nicht erfassbare abstrakte Vorstellung. Die Zeit ist so „selbstverständlich einfach nur vorhanden“ und so abstrakt, dass uns selten bewusst wird, dass es keine logische Basis und keinen äußeren Bezugspunkt für eine vorgegebene Entwicklungsrichtung der Zeit gibt. Unser logisches System beruht darauf, dass eine kausale Ursache sich immer in der Vergangenheit befindet. Die kausale Basis ist beim logischen Kausalgesetz grundsätzlich in der Vergangenheit. Es gibt keine Ursache und damit keinen logisch kausalen Bezugspunkt „in der Zukunft“. Die Zukunft kann kausal nur aus der Vergangenheit abgeleitet werden. Es gibt keinen „Antrieb“ für eine vorgegebene Entwicklungsrichtung der Materie, der uns in eine kausale Zukunft „zieht“.

Auch Akausales lässt sich messen, es gibt nur Systeme für die Messung der Zeit. Es lassen sich Zeitabschnitte auf einer Skala bestimmen, aber nicht die Skala selbst. Diese hat auf beiden Seiten keine logisch kausale Basis. Eine beidseitig kausal offene Skala ist nicht gegen unendlich abgegrenzt und damit eine mathematische Singularität (Definitionslücke). Unendliches lässt sich nicht logisch mathematisch erfassen. Es gibt kein logisch kausales System für die Zeit selbst. Der einzige existierende Bezugspunkt ist, dass keine Ursache schneller ist als die Lichtgeschwindigkeit. Mit diesem Bezugspunkt gibt es aber kein Bezugspunkt der uns in eine Zukunft „zieht“. Mit diesem Bezugspunkt gibt es keine vorgebende zeitliche Entwicklungsrichtung. Diese Zeitproblematik war schon vor Einstein bekannt. Zudem gab es, zur Zeit von Einsteins Überlegungen, noch nicht mal die Idee, dass die Materie eine Entstehung hat. Sie war immer vorhanden. Etwas „Immer Vorhandenes“ darf keine kausale Ursache in der Vergangenheit haben. “Immer vorhanden“ stellt die Zeitvorstellung in Frage.

Mit der inneren Anziehungskraft der Materie wird die Materie die Ausgangsbasis von allen Vorstellungen, Wirkungen und Kräften. Alle Folgeüberlegungen bauen darauf auf. Jede Wirkung „von außerhalb auf die Materie“ würde die Basisannahme der Anziehung zerstören. Die Anziehung wäre keine Anziehung mehr. Es gibt mit einer Anziehung kein kausales „Außerhalb“. Jede Ursache muss sich innerhalb der Materieeigenschaften befinden. Die Lichtgeschwindigkeit ist die Grenzeigenschaft der Materie. Die Materie kann diese Geschwindigkeit nicht überschreiten. Unser physikalisches und auch unser logisches System lässt nur innere Eigenschaften der Materie, als Ursache, als kausale Erklärung zu. Dieses System wird von unser Sensorik bestätigt. Nichts kann schneller sein als Lichtgeschwindigkeit. Wir beobachten nichts Schnelleres. Wir empfinden die Zeit als unumkehrbaren, laufenden Prozess, als „Zeitfluss“. Wenn die Materie an einem laufenden Prozess beteiligt wäre, müsste es einen äußeren Bezugspunkt geben. Es gibt aber physikalisch, logisch, kausal und auch sensorisch keinen äußeren Bezugspunkt. Die Zeit entzieht sich vollständig jeglicher Erfassung und ist nur subjektiv „vorhanden“. Zeit ist eine ausschließlich akausale Empfindung. Einstein machte sich Gedanken über die Zeit und war sich der Problematik bewusst:
- Einstein sagte, das Problem des Jetzt beunruhigte ihn ernstlich. Das Erleben des Jetzt bedeute etwas Besonderes für den Menschen. Etwas prinzipiell Anderes als Vergangenheit und Zukunft, doch dieser wichtige Unterschied werde in der Physik nicht erfasst und könnte auch nicht erfasst werden. Dass dieses erleben der Wissenschaft verschlossen bleiben muss, erschien ihm als zwar schmerzlicher, aber unvermeidlicher Verzicht. -*
* Einsteins Gespräch mit Carnap, The Philosophy of Rudolf Carnap, Schilipp (Hg.) 1963, S.37

Es gibt in unserem logischen System keinen äußeren Bezugspunkt für eine gerichtete Zeit. Auch in unserem physikalischem System gibt es keinen kausalen äußeren Bezugspunkt für eine Entwicklungsrichtung der Materie. Keine Ursache ist schneller als Lichtgeschwindigkeit. Ein Zeitpfeil, für die Materie, kann sich nur auf Materie beziehen. Der Bezugspunkt bleibt innerhalb der Materie. Die Materie bleibt selbstbestimmend und kann sich nur aus sich selbst heraus entwickeln. Die empfundene Unumkehrbarkeit der Zeit, eine Entwicklungsrichtung der Materie als Gesamtes, bleibt auch mit einem empfundenen Zeitpfeil, akausal selbstbestimmend. Die Suche nach einen zwingenden Zeitpfeil ist unlogisch, zumindest wenn er kausal zwingend sein soll. Ein Zeitpfeil kann sich ausschließlich auf Materie beziehen und kann nur „einfach als Begleiterscheinung ohne kausale Ursache“ vorhanden sein. Jeder Zeitpfeil bleibt akausal und ist damit logisch nicht zwingend. Ein Zeitpfeil mit einer zwingenden „äußeren“ Ursache kann es nicht geben, es gibt keinen äußeren Bezugspunkt in unserem Modell. Unsere logisches System beruht darauf, dass eine kausale Ursache sich immer in der Vergangenheit befindet. Die kausale Basis ist grundsätzlich in der Vergangenheit. Ein äußerer Bezugspunkt für einen logisch kausal zwingenden Zeitpfeil, würde sich außerhalb der Materie und in der Zukunft befinden und damit auch die kausale Basis für unser logisches System zerstören. Es kann keinen logisch zwingenden Zeitpfeil geben. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass erst aus Einsteins Modell hervorgeht, dass es keinen „Zeitfluss“ gibt. Dies ist ein Mythos, es gab auch schon vorher keine kausale Zeit. Dass die Zeit so ist, wie sie ist, wurde auch von Einstein - als einfach logisch unerklärlich hingenommen. Es war aber Einsteins besondere Leistung, dass er die logische Grenze der akausalen Zeit, bewusst beachtet hat. Es gibt keinen logischen Hinweis für eine kausale/ursächliche Zeit. Die Richtung der Zeit ist akausal und nicht logisch erfassbar. Nach den logischen Gesetzen ist die Richtung der Zeit nur eine akausale Empfindung. Einstein hat „nur“ die logisch kausalen Gesetze strikt eingehalten und konsequent weitergeführt. Er hat „nur“ bewusst beachtet, dass die Zeit nur eine subjektive akausale Vorstellung ist, aus der sich keine ursächlich begründete Wirklichkeit ableiten lässt. Einstein war sich schon bei seinen Überlegungen für ein Raummodell darüber bewusst, dass es keinen kausalen Bezugspunkt für die Zeit gibt und bei unserem logischen System, auch kein kausalen Bezugspunkt „in der Zukunft“ und „außerhalb der Materie“ geben darf. Es gibt deshalb, infolge seiner Überlegungen, auch in seiner Formel keine Ursache für eine vorgegebene Zeitrichtung. Raum und Zeitvorstellung sind nicht zu trennen. Die ursächliche Grenze der Lichtgeschwindigkeit wird bei Einstein zum Bezugspunkt für Raum und Zeit. Einstein hat ein Messsystem entworfen. Die Zeit selbst bleibt bewusst akausal. Sein Modell der Raumzeit ist deshalb zeitsymmetrisch und besitzt bewusst keinen ursächlich zwingenden Zeitpfeil. Zitat Einstein: „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nur Illusionen, wenn auch hartnäckige“ *
* Albert Einstein - Michele Besso, Correspondance 1903–1955, Hermann Verlag, Paris 1972, S. 538

Einstein war sich darüber bewusst, dass auch sein Modell, die „natürliche Zeitempfindung“ und die Ursache der Gravitation nicht erklärt. Die Ursache war auch nicht seine Zielsetzung. Im Gegenteil: Die Formel beruht auf der Basisannahme der bereits existierenden Gravitation als Anziehungskraft und einer akausalen Zeit. Einsteins Formel beschreibt den engen Zusammenhang von Raum, Zeit und Gravitation, aber nicht deren Ursache. Die Ursache der Gravitation und das Problem einer akausalen Zeit bleiben unberührt. Die Ursache der Gravitation und eine Erklärung für eine unumkehrbare Zeit, ein zwingender Zeitpfeil, werden deshalb noch gesucht. Dass es bei seiner Formel „nur“ um den logisch mathematischen Zusammenhang ging und nicht um die kausale Ursache, wurde – und wird auch heute noch - oft nicht beachtet. An Einstein wurde deshalb immer wieder die Frage gestellt, was Zeit sei. Es wurde ihm irgendwann leid, immer wieder zu erklären, dass Zeit bedauerlicherweise akausal ist - und es bei seiner Formel um den Zusammenhang geht und nicht um die Ursache. Er reagierte, auf diese ständige Ignoranz der Fragesteller, deshalb später unwirsch mit seinen berühmten Ausspruch: - Zeit ist dass, was die Uhr anzeigt -.

Dass es keine kausale Ursache und logische Basis für die Zeit gibt, fand auch Einstein bedauerlich. Nur, seine Formel und sein Raummodell sind nicht die Ursache für eine akausale Zeitrichtung, sondern eine logische Konsequenz und Folgerung daraus. Einstein bemüht sich zeitlebens darum, dies klarzustellen. Obwohl er selber mehrfach darauf hinwies, dass für eine Zeitrichtung kein kausaler Bezugspunkt existieren kann und sie deshalb keine logische Erklärung haben kann - und die Physik dadurch die Empfindung eines Zeitflusses, einer gerichteten Zeit, bedauerlicherweise nicht erklären kann – wird, auch heute oft noch davon ausgegangen, dass die Ursache der Zeit durch Einstein geklärt ist. Eine Ursache, worauf die Gravitation beruht und warum die Zeit sich nur in einer Richtung entwickelt, ist in seiner Beschreibung aber nicht vorhanden. Beides waren bewusste Ausgangsvoraussetzungen. Es wird oft nicht beachtet, dass die Gesetze der Physik nicht zwischen vorwärts und rückwärts in der Zeit unterscheiden können und nur deshalb ein zwingender Zeitpfeil noch gesucht wird. Einstein hat ein hervorragendes System für die Messung der Zeit entworfen, aber bewusst kein kausales System für die Zeit selbst. Mit Einsteins Formel lässt sich die (weiterhin akausale) Zeit sehr exakt messen, aber nicht die Richtung bestimmen. Die Zeitrichtung und die Anziehungsrichtung sind einfach nur vorhanden und bleiben akausal. Für unsere „selbstverständliche“ Wahrnehmung, dass es unumkehrbare Vorgänge gibt, fehlt weiterhin die physikalische Grundlage und die kausale Basis für ein logisches System. Die Wahrnehmung bleibt subjektiv. Es bleibt ungelöst, warum die grundlegenden physikalischen Gesetze sogar eine Rückwärtsrichtung der Zeit zulassen und die als selbstverständlich empfundene Unumkehrbarkeit der Zeit sich nicht aus ihnen ableiten lässt. Auch bei der Gravitation bleibt es ein Rätsel, warum wir trotz intensiver Suche keine kausale Ursache finden können.

Alle physikalischen Grundgesetze sind (zeit-) symmetrisch, jeder Vorgang ist umkehrbar. Auch Einsteins grundlegendes Gesetz des Universums ist zeitsymmetrisch, es ist nicht von irgendeiner Zeitrichtung beeinflusst. Eine Ursache für eine Zeit, als stetige Entwicklung in nur eine Richtung, ist bei Einsteins Lösung nicht vorhanden. Im Gegenteil, jeder Zeitabschnitt wird gleichwertig. Zeitrückwärtsrichtung und parallele Entwicklungen können mit seiner Formel nicht ausgeschlossen werden. Einsteins Lösung war anfangs ein Postulat mit einer rein logischen Herleitung. Mit der Formel lässt sich die messbare Zeit sehr exakt bestimmen, sie ist dadurch eine der am besten belegten Formeln, die es gibt und kein Postulat mehr. Gut beschrieben wird der aus Einstein resultierende physikalische Zeitbegriff von Brian Greene:
„Die Zeit ist ein kompliziertes Thema und wir sind weit davon entfernt, es ganz zu verstehen. (…) Jedenfalls ist das Empfinden, dass die Zeit fließt, tief in unserer Erfahrung verwurzelt und prägt unser Denken und unsere Sprache. So gründlich, dass wir immer wieder in gewohnheitsmäßige, umgangssprachliche Beschreibungen verfallen, in denen die Zeit als fließend dargestellt wird. Doch hüten Sie sich, die Sprache mit der Wirklichkeit zu verwechseln, denn die menschliche Sprache eignet sich weitaus besser dazu, menschliche Erfahrung wiederzugeben, als komplizierte physikalische Gesetze zum Ausdruck zu bringen.“*
*Brian Greene, Der Stoff aus dem der Kosmos ist: Raum, Zeit und die Beschaffenheit der Wirklichkeit. Goldmann 2008, Kapitel 2.5, S.169
Durch Einsteins Raumzeitmodell entsteht eine sehr komplexe Vorstellung von der Zeit. Unsere gewohnte Zeitvorstellung einer fließenden Zeit existiert beim Raumzeitmodell nicht. Es gibt bei dem Modell keine Ursächlichkeit für eine vorbestimmte Zeitrichtung. Das Raumzeitmodell besitzt keinen Zeitpfeil. Eine Zeit ohne Ursache für eine vorbestimmte Richtung lässt sich nur mit möglichen parallelen Strukturen von Vergangenheit Gegenwart und Zukunft erklären. Eine genaue Erörterung des gegenwärtigen physikalischen Zeitbegriffes sprengt diesen Rahmen. Auch ein gut erklärender Brian Greene braucht ein ganzes Buch dazu. Für alle, die es tiefergehend interessiert, das Buch von Greene ist, auch ohne physikalische Vorkenntnisse, ein leicht zu lesendes und auch einfach zu begreifendes Standardwerk über den gegenwärtigen physikalischen Zeitbegriff und sehr empfehlenswert.

Wir wissen inzwischen, dass die Materie eine Entstehung hat. Eine Ausgangsbasis von Einsteins Überlegungen hat sich geändert. Eine Abgrenzung der Zeitskala für die Materie in der Vergangenheit wird logisch zulässig. Aber nur scheinbar. Die Entstehung ist nicht kausal (=ursächlich) begründet. Der Anfang ist nicht definierbar. Die Materie entsteht und entwickelt sich aus dem akausalen Nichts. Unser Urknallmodell beruht auf einer mathematischen Definitionslücke, einer Singularität. Die Paradoxie des „akausalen Nichts“ wird nicht kausal aufgelöst, sondern mit aus der Definitionslücke sich ergebenden, möglichen parallelen Strukturen erklärt. Aus vielen möglichen Universen bleibt zufällig das Universum übrig, bei dem die Wirkungsgesetze mit uns übereinstimmen. Die entstandene Materie ist und bleibt zufällig so, wie sie ist. Der Zeitpfeil kann sich weiterhin nur auf Materie beziehen und bleibt bei einer Entstehung aus einer Singularität akausal. Die Vergangenheit, die Entstehung, ist nicht kausal abgegrenzt. Die Anfangssingularität bleibt erhalten. Es gibt auch weiterhin keine kausale Begrenzung der Zeitskala in der Vergangenheit. Bei einer Entstehung aus einer Singularität gibt es keinen logischen Anfang der Skala. Der Anfang ist nicht logisch kausal definierbar und bildet keinen kausalen Bezugspunkt für einen logisch zwingenden Zeitpfeil.

Die Zunahme der Entropie wird oft als zwingender Zeitpfeil gewertet. Aber auch die Entropie hat bei einer Entstehung aus einer Singularität keine Ursache. Auch die Entropie bleibt, wie die Zeit selbst, eine Begleiterscheinung die zufällig aus einer Singularität entsteht und unerklärlich so ist, wie sie ist. „Früher weniger Entropie“ und „heute mehr Entropie“ - sagt aus, dass es so ist, aber nicht warum es so ist. Eine unerklärlich vorgegebene und unumkehrbare Zeitrichtung bleibt die Voraussetzung für die Aussage: „heute mehr“. Die Aussage setzt voraus, dass es einen logischen Anfangspunkt gibt. Diesen Anfangspunkt gibt es aber auch bei der Entropie nicht. Bei einer singulären Entstehung ist bei Zeit und Entropie der Anfangspunkt nur akausal vorhanden und nicht logisch bestimmbar. Die Aussagekraft der Entropie für eine zwingende zeitliche Entwicklungsrichtung ist nicht höher als die Aussage: Vor einer Stunde hat die Uhr eine Stunde weniger angezeigt. Auch die Entropie ist, wie die gerichtete zeitliche Entwicklung, bei einer Entstehung aus einer Singularität nur eine beobachtete Begleiterscheinung ohne zwingende Ursache. Die Entropie bestätigt unsere „alltägliche Wahrnehmung“ der zeitlichen Entwicklung als unumkehrbaren Prozess, erklärt aber weiterhin nicht, warum das so ist. Das Konzept der Entropie ist nur eine weitere Bestätigung, dass unsere „akausale alltägliche subjektive Wahrnehmung“ einer vorgegebenen unumkehrbaren Entwicklungsrichtung richtig sein könnte. Erklärt aber nicht warum. Die Wahrnehmung bleibt subjektiv. Das „wussten“ wir aber schon vorher. Das Konzept der Entropie ändert nichts. Auch die Entropie ist, wie die Zeit selbst, nur eine Beobachtung ohne zwingende Ursache. Die Entropie kann sich, wie jeder Zeitpfeil, nur auf Materie beziehen. Die Entwicklungsrichtung der Materie (incl. Entropie) bleibt bei einer Entstehung aus einer Singularität akausal selbstbestimmend. Mit einer Entropie ohne Ursache, ohne „Warum“, bleibt die Wahrnehmung einer Zeitrichtung weiterhin eine akausale Empfindung. Warum sich alles nur in einer Richtung entwickelt, bleibt ohne zwingende Ursache. Ohne zwingende Ursache von Zeit und Entropie bleibt alles umkehrbar. Es gibt keinen zwingenden Grund, der eine Umkehrbarkeit der Richtung von Zeit oder der Entropie verhindert. Die zeitliche Entwicklungsrichtung und die Entstehung der Materie bleiben ohne Ursache akausal, und damit ohne logische Basis.

Wenn wir den Bezugspunkt des Zeitpfeiles aus den zufälligen Anfangsbedingungen ableiten, haben wir einen einzelnen Bezugspunkt für einen zufälligen Anfang der Skala, ohne „Etwas“ davor. Ein einzelner Bezugspunkt ermöglicht keine logischen Erkenntnisse. Es wird nichts logisch zwingend. Es gibt keine akausale Logik. Ohne kausale (=ursächliche) Entstehung bleibt ein Anfangspunkt logisch nicht zwingend. Ohne kausale Entstehung bleibt die Skala der Zeit offen und bleibt kausal nicht gegen unendlich abgegrenzt. Unendliches ist nicht logisch mathematisch erfassbar. Eine Skala hat zwei Seiten. Es ist fraglich, ob wir auf der richtigen Seite einen logischen Bezugspunkt suchen. Nicht die minimale, sondern die maximale Bewegungsmöglichkeit bestimmt den logischen Bezugspunkt für Zeit und Raum. Auf der Skala der Bewegungsmöglichkeit liegt der logische Bezugspunkt für die Zeit am maximalen Ende der Skala. Das logische Kausalgesetz lässt eine Ursache nur in der Vergangenheit zu. Alle Folgeüberlegungen basieren darauf. Wir versuchen die Erklärung der Zeit, entsprechend unserem logischen Kausalgesetz nur aus der Vergangenheit, einen Anfang der Zeitskala, abzuleiten. Die Zeit wird bei Einstein aber damit definiert, dass die Ursache für „Etwas“ nicht schneller als Lichtgeschwindigkeit sein darf – und damit nicht in der Zukunft liegen darf. Der logische Bezugspunkt für die Zeit bezieht sich auf ein - nicht ursächlich überschreitbares „Zukunftsende“ der Skala und nicht auf dem Anfang der Zeitskala. Es ist fraglich, ob ein (noch nicht gefundener) ursächlicher Anfangspunkt der Zeitskala und unser Kausalgesetz als logische Erklärung reichen. Ohne kausale Entstehung der Materie gibt es keine kausale Erklärung für eine zeitliche Entwicklungsrichtung der Materie. Und umgekehrt, ohne kausale zeitliche Entwicklungsrichtung der Materie gibt es keine kausale Erklärung für die Entstehung der Materie. Ohne kausales Außen gibt es keine kausale Entstehung und keine zeitliche Entwicklungsrichtung. Unsere derzeitige logische Situation ist identisch mit der logischen Situation vor Kopernikus.

 

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