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7 Zeitempfindung und physikalische Zeit

Wir empfinden die Zeit als unumkehrbare Entwicklung in nur einer Richtung. Es gilt als ein großes Rätsel warum wir diese Unumkehrbarkeit aus keinem physikalischen Grundgesetz ableiten können. Die Physik sucht den zwingenden Zeitpfeil, einen Vorgang mit einer gesicherten Entwicklung in nur einer Richtung. Etwas Zwingendes kann es nur mit einer Ursache geben. Die stetige Zunahme der Entropie galt lange als zwingender Zeitpfeil. Die Entropie hat aber keine Ursache. Sie zeigt, wie die Uhr, nur auf, dass eine gerichtete Entwicklung existiert. Sie gilt deshalb nicht mehr als Ursache für den Zeitpfeil. Eine Ursache, ein „Antrieb“, für eine vorgegebene Zeitrichtung wurde noch nicht gefunden. Einsteins Erklärung für die Zeit ist eine geometrische Lösung des Zusammenhangs von Zeit und Gravitation, die Raumzeit. Eine geometrische Lösung definiert den erfassten Raum des Vorstellungsmodells. Eine geometrische Lösung hat aber keine Kräfte, keine Wirkungen und keine Ursachen. Der gegenwärtige Stand der Erkenntnis lässt sich grob darstellen als Analogie für eine Uhr ohne Uhrwerk:

- Bei der Raumzeit hat die Uhr kein Uhrwerk, es gibt keinen Grund, warum sich der Zeiger nur in einer Richtung bewegt, jede Richtung ist möglich. Das Uhrwerk entspricht nicht der Raumzeit. Die Zeigerstellung (z.B. Entropiezunahme) ist nur ein Bestandteil einer Veränderung. Die Beweisführung für die Entropie entspricht der Beweisführung für eine Uhr. Wie bei einer Zeigerstellung ohne Uhrwerk gibt es auch bei der Entropie keine Erklärung warum die Richtung existiert. Bei der Uhr gibt es früher oder später und bei der Entropie, mehr oder weniger Entropie, aber kein warum. Wie die Uhr zeigt die Entropie auf, dass ein Uhrwerk wahrscheinlich existiert, aber nicht wie es angetrieben wird. Die Kraft dafür fehlt. Die Raumzeit selbst hat keinen Antrieb, jede Entwicklung (auch die der Entropie) ist theoretisch auch spiegelbildlich möglich. Mit dem Raumzeitmodell können theoretisch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichwertig und parallel nebeneinander existieren. Dass dies sehr unwahrscheinlich ist und nicht die letzte Erkenntnis sein kann, ist auch den meisten Physikern bewusst, deshalb wird die Ursache für einen zwingenden Zeitpfeil dringend gesucht. -

Alle physikalischen Grundgesetze sind (zeit-) symmetrisch, jeder Vorgang ist umkehrbar. Auch Einsteins grundlegendes Gesetz des Universums ist zeitsymmetrisch, es ist nicht von irgendeiner Zeitrichtung beeinflusst. Eine Ursache für eine Zeit, als stetige Entwicklung in nur eine Richtung, ist bei Einsteins Lösung nicht vorhanden. Im Gegenteil, jeder Zeitabschnitt wird gleichwertig. Zeitrückwärtsrichtung und parallele Entwicklungen können mit seiner Formel nicht mehr ausgeschlossen werden. Einsteins Lösung war anfangs ein Postulat mit einer rein logischen Herleitung. Mit der Formel lässt sich die messbare Zeit sehr exakt bestimmen, sie ist dadurch eine der am besten bewiesenen Formeln, die es gibt und kein Postulat mehr. Es entsteht eine sehr komplizierte Vorstellung von der Zeit. Eine Zeit ohne vorgegebene Richtung lässt sich nur mit möglichen parallelen Strukturen erklären. Gut beschrieben wird der aus Einstein resultierende physikalische Zeitbegriff von Brian Greene:

„Die Zeit ist ein kompliziertes Thema und wir sind weit davon entfernt, es ganz zu verstehen. (…) Jedenfalls ist das Empfinden, dass die Zeit fließt, tief in unserer Erfahrung verwurzelt und prägt unser Denken und unsere Sprache. So gründlich, dass wir immer wieder in gewohnheitsmäßige, umgangssprachliche Beschreibungen verfallen, in denen die Zeit als fließend dargestellt wird. Doch hüten Sie sich, die Sprache mit der Wirklichkeit zu verwechseln, denn die menschliche Sprache eignet sich weitaus besser dazu, menschliche Erfahrung wiederzugeben, als komplizierte physikalische Gesetze zum Ausdruck zu bringen.“*
*Brian Greene, Der Stoff aus dem der Kosmos ist: Raum, Zeit und die Beschaffenheit der Wirklichkeit Goldmann 2008, Kapitel 2.5, S.169
Eine genaue Erörterung des gegenwärtigen physikalischen Zeitbegriffes sprengt diesen Rahmen, auch ein gut erklärender Brian Greene braucht ein ganzes Buch dazu. Als kurze Erklärung ist dies hier nur sehr grob möglich. Für alle, die es tiefergehend interessiert, das Buch von Greene ist, auch ohne physikalische Vorkenntnisse, ein leicht zu lesendes und auch einfach zu begreifendes Standardwerk über den gegenwärtigen physikalischen Zeitbegriff und sehr empfehlenswert.

Beim Raumzeitmodell hat die Zeit keine Ursache für eine vorgebende Richtung. Es gibt nichts, was uns in einen zukünftigen Zustand „treibt“. Die Raumzeit besitzt keinen gerichteten Zeitfluss. Eine Erklärung für unsere Empfindung einer fließenden Zeit kann aus der Raumzeit nicht abgeleitet werden. Unser alltäglicher Zeitbegriff ist so tief in uns verwurzelt, dass die physikalische Definition des Zeitbegriffes, die Konsequenz aus Einsteins Basisannahme, selten beachtet wird. Ein konstantes fließen der Zeit ist nur noch umgangssprachlich gültig. Die Zeit begleitet die Kausalität von Ursache und Wirkung. Wir beachten bei unserer empfundenen Zeit nicht, dass die Kausalität selbst keine Ursache hat. Einstein analysierte die zeitliche Zuordnung der Ursache von Ereignissen auf Basis des kausalen Gesetzes. Die Kausalität bildet die logische Grundlage auf der unser gesamtes Vorstellungsmodell beruht. Die Kausalität, ohne Ursache der Kausalität selbst, ist die Ausgangsbasis der Logik und von Einsteins Überlegungen. Ein Vorstellungsmodell kann nur mit Thesen, die auf der gleichen logischen Basis beruhen, bewiesen werden. Wenn die Kausalität selbst keine Ursache hat, darf bei einer, die Kausalität begleitenden Zeit, auch die Erklärung für die Zeit keine Ursache haben. Die Ursache der kausalen Zukunftsrichtung ist folglich beim Modell der Raumzeit nicht vorhanden. Zeit und Gravitation erklären sich gegenseitig durch eine Raumkrümmung. Das mit dieser Basisannahme ein gerichtetes Fließen der Zeit nur noch eine subjektive Empfindung ist, war Einstein bewusst und es ist seine besondere Leistung, die eigene Empfindung eines Zeitflusses in Frage zu stellen, um die zusammenhänge von Raum, Zeit und Gravitation zu erfassen. Zitat Einstein: „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nur Illusionen, wenn auch hartnäckige“ *                                             * Albert Einstein - Michele Besso, Correspondance 1903–1955, Hermann Verlag, Paris 1972, S. 538

8 Kausalität und Zeit

Einsteins Formel beinhaltet auch, dass ein gerichteter Zeitfluss, bei der Erklärung der Zeit selbst, nicht existiert. Der zwingende Zeitpfeil wird außerhalb der Erklärung gesucht, z.B. bei der Entropie. Dieser Aspekt wird bis heute kaum verstanden und beachtet. Weil dies der „Vernunft“ widerspricht, wird auch heute noch, wenn auch immer seltener, seine Formel deshalb kritisiert. Ein Beweis für einen Zeitfluss war aber nicht seine Zielsetzung. Im Gegenteil, durch die Infragestellung des Zeitflusses, der eigenen „Vernunft“, konnte er den engen Zusammenhang von Gravitation, Zeit und Raum darstellen.

Die Definition der Zeit ist abhängig von der Definition der Kausalität. Dass eine Bewegung, eine gleichmäßige Veränderung des Gesamten, sich nur mit einem äußeren Bezugspunkt erfassen lässt, gilt auch im Umkehrschluss. Wenn alles einer vorgegebenen unumkehrbaren Zeitrichtung unterliegt, geht dies nur mit einem äußeren Bezugspunkt. Diesen äußeren Bezugspunkt gibt es aber nicht. Mit der inneren Anziehungskraft der Materie wird die Materie die Ausgangsbasis von allen Vorstellungen, Wirkungen und Kräften. Es gibt kein außerhalb der Materie. Jede äußere Wirkung auf die Materie verstößt gegen die Basisannahme der inneren Anziehung. Nichts im Universum darf die Eigenschaften der Materie überschreiten. Nichts im Universum darf schneller sein als Lichtgeschwindigkeit. Auch das Kausalgesetz lässt keine Ursache außerhalb der Materie zu. Ohne ein „Außerhalb“ es gibt keinen kausalen Grund, dass die Materie sich nur in einer Richtung entwickelt, ein unumkehrbarer Zeitfluss wird eine akausale subjektive Information. Die „vernünftige“ Empfindung eines gerichteten Zeitflusses hat keine physikalische und keine logische Grundlage. Die Empfindung einer vorgegebenen unumkehrbaren Zeitrichtung ist akausal und damit subjektiv. Einstein stellte die eigene „vernünftige“ Zeitempfindung in Frage, um zu einer Lösung zu kommen.

Dass der Zeitfluss nur als subjektive Empfindung vorhanden ist, ist keine Folge von Einsteins Lösung, bereits die logisch kausale Grundlage lässt keinen unumkehrbaren Zeitfluss zu. Zeit ist prozessbegleitend. Kein Prozess im Universum darf schneller sein als Lichtgeschwindigkeit. Die Lichtgeschwindigkeit wird der Bezugspunkt für die Zeit. Das Kausalgesetz lässt eine Ursache nur vor der Wirkung zu. Die Ursache darf sich nur in der (wahrgenommenen) Vergangenheit und nie in der unbekannten Zukunft befinden. Mit dem Kausalgesetz beruht unser Vorstellungsmodell auf innere Wirkungen. Nur innere Eigenschaften der Materie sind als Erklärung für Kräfte kausal zulässig. Keine Ursache für innere Wirkungen darf kausal schneller sein als Lichtgeschwindigkeit. Das große Rätsel, warum sich aus unseren physikalischen Grundgesetzen keine unumkehrbare vorgegebene Zukunftsrichtung ableiten lässt, hat eine einfache Ursache: Es ist schlicht kausal nicht zulässig. Bei einer kausalen Zukunftsrichtung liegt der Bezugspunkt für eine Ursache außerhalb der Lichtgeschwindigkeit in der Zukunft – und damit außerhalb der logischen Erfassung des Kausalgesetzes. Eine Ursache für eine vorgegebene unumkehrbare Zukunftsrichtung kann es mit dem Kausalgesetz nicht geben. Mit der logisch kausalen Basis ist die Suche nach einer zwingenden Ursache für den Zeitpfeil nicht möglich. Ein gerichteter Zeitfluss ist kausal nicht zulässig. Unsere logische Basis lässt eine Ursache in der Zukunft nicht zu. Bei einer gefundenen Ursache für einen zwingenden Zeitpfeil wäre die logische Basis ungültig. Alle Erklärungen des gesamten Vorstellungsmodells wären in Frage gestellt. Mit der logisch kausalen Basis ist die Suche nach einer zwingenden Ursache für den Zeitpfeil akausal und sinnlos. Von unseren Vorstellungen einer ausschließlich inneren Wirkung der Materie und einer zwingenden unumkehrbaren Zukunftsrichtung kann nur eine Grundannahme gültig sein. Das Kausalgesetz bildet unsere denkbare Wirklichkeit ab. Gegenwärtig geht die logische Grundlage des Kausalgesetzes und als Folge die Mathematik und die Physik davon aus, dass ein Zeitfluss, eine vorgegebene Zukunftsrichtung, nur subjektiv existiert. Unsere kausale Wirklichkeit wäre sonst nicht mehr die gleiche.

Dass die Ursache grundsätzlich vor der Wirkung vorhanden ist, ist unsere logische Basis. Alle Folgeüberlegungen bauen darauf auf und bestimmen unser Vorstellungsmodell. Die Ursache darf sich nicht in der Zukunft befinden. Ein angestrebter zukünftiger Zustand als Ursache für eine vorgegebene Entwicklungsrichtung darf es nicht geben. Eine Ursache für Wirkungen darf sich nur in der Vergangenheit und damit innerhalb des bekannten Materiezustandes befinden. Mit unserer logischen Grundlage darf jede Wirkung nur so interpretiert werden. Eine Überschreitung der Materieeigenschaften darf es, mit dieser logischen Grundlage, im Universum nicht geben. Bei „schneller als Lichtgeschwindigkeit“ wäre die Ursache in der Zukunft. Die logisch kausale Basis lässt dies nicht zu. „Schneller als Lichtgeschwindigkeit“ darf es nicht geben oder müsste eine paradoxe Zeitumkehr sein. Eine logisch kausale Basis lässt bei Folgeüberlegungen keinen Gegenbeweis zu, sie kann sich nur selbst beweisen oder Paradoxien aufzeigen. Dass es keine Ursache für eine vorgegebene (Zukunfts-) Richtung der Kausalkette geben kann, ist eine selbstbeweisende Folge der kausale Basis. Mit dem logischen Grundgesetz kann ein Modell dafür nicht entstehen. Unsere logische Basis begrenzt die Möglichkeiten des logisch Denkbaren. Dass sich die Ursache grundsätzlich in der Vergangenheit befindet, lässt nur ein entsprechendes Vorstellungsmodell des Raumes zu. Jede Ursache muss innerhalb der Lichtgeschwindigkeit liegen. Mit der Lichtgeschwindigkeit ist unsere Wahrnehmung auf die Eigenschaften der Materie begrenzt. Unser Vorstellungsmodell und unsere logische Grundlage geht davon aus, dass bei einer wahrgenommenen Wirkung, sich auch die Ursache dieser Wirkung im Bereich der Wahrnehmung befinden muss. Die Lichtgeschwindigkeit wird die logisch kausale Grenze und der maximal mögliche Bezugspunkt für alle Wirkungen.

9 Kausalität der Zeitempfindung

Mit unserer logischen Grundlage kann nur die Vergangenheit für die Entstehung und Entwicklung bis zu unserem gegenwärtigen Zustand bestimmend sein. Mit diesem Zeitbezug ist eine Entwicklung mit einer vorgegebene Zukunftsrichtung nicht kausal denkbar. Zeit ist so selbstverständlich, dass sich kaum jemand Gedanken über die logische Grundlage macht. Für die alltägliche Erfahrung ist dies auch nicht erforderlich. Die meisten Menschen sind überrascht bei der Mitteilung, dass ein unumkehrbarer Zeitfluss nur eine scheinbare Beobachtung ist, die von keiner logischen oder physikalischen Basis bestätigt wird. Unser Kausalgesetz basiert auf alltäglicher Erfahrung. Etwas als selbstverständlich empfundenes, eine selbstverständliche Erfahrung, braucht keine logische Grundlage. Dass wir in der Physik für eine selbstverständliche Empfindung keine Erklärung finden, kann schlicht daran liegen, dass die alltägliche Erfahrung, dass sich alles nur in einer Zukunftsrichtung entwickelt, eine so selbstverständliche Empfindung ist, dass wir sie bei unserer logischen Grundlage einfach nicht berücksichtigt haben. Dies war auch nicht möglich. Die Ursache einer Unumkehrbarkeit für etwas Gesamtes kann nur in etwas Angestrebtem und im Außerhalb liegen. Das Kausalgesetz lässt beides nicht zu. Es würde ein Paradox entstehen. Die Ursache wäre nicht mehr nur in der Vergangenheit. Das Kausalgesetz selbst wäre ungültig. Zusätzlich wäre der Bezugspunkt im Außerhalb des Vorhandenen. Die Kausalität würde sich in zwei Gültigkeitsbereiche teilen und wäre nicht mehr universell gültig. Die logische Grundlage entstand zu einer Zeit mit einem Modell von einer immer vorhandenen Erde oder Materie. Es gab nur unsere baryonische (wahrnehmbare) Materie. Eine äußere Ursache für die Entwicklungsrichtung des Gesamten durfte es nicht geben, die Unumkehrbarkeit konnte nur als etwas Selbstverständliches und ohne Ursache Vorhandenes gewertet werden. Die logische Grundlage, dass sich eine Ursache grundsätzlich in der Vergangenheit befindet, enthält das Paradox, dass es keine Ursache für eine unumkehrbare vorgegebene Zukunftsrichtung geben darf. Einsteins Überlegungen waren eine Folgeüberlegung, er konnte nur das Paradox übernehmen.

Historisch beruht unser Modell auf einer immer vorhandenen Materie. Etwas „immer Vorhandenes“ darf keine Information über eine Entwicklung und Entstehung haben. Bei einem „immer vorhandenen Zustand“ können und dürfen sich alle Bestandteile nur gegenseitig erklären. Mit einer Ursache sind sie sonst nicht immer vorhanden. „Immer vorhanden“ stellt die eigene Zeitempfindung in Frage. Einsteins Formulierung der speziellen Relativitätstheorie erfolgte aus diesem Modell heraus. Die Erkenntnis, dass Materie nicht immer vorhanden war und unsere wahrnehmbare baryonische Materie nur den kleinsten Teil des Universums darstellt, kam erst später zustande. Einstein konnte und durfte nur davon ausgehen, dass ausschließlich die Wirkungen der immer vorhandenen Materie das Universum bilden und immer vorhanden sind. Einsteins Ausgangsbasis konnte nur sein, dass die Kausalität der Materie selbst keine Ursache in der Vergangenheit oder in der Zukunft hat. Einstein erklärt den Zusammenhang von einer Gravitation ohne Ursache und eine Zeit ohne Ursache. Gravitation und Zeit erklären sich gegenseitig und haben keine eigenständige Ursache. Jede eigenständige Ursache würde die gegenseitige Erklärung zerstören. Warum und womit eine Masse die Raumzeit krümmen soll, lässt sich damit nicht beantworten. Einstein beweist den engen Zusammenhang von Zeit und Gravitation. Eine gemeinsame Ursache ist dadurch möglich, aber die Ausgangsbasis für die Bezugspunkte sind gegensätzlich. Bei der Zeit die maximale Bewegungsmöglichkeit, die Lichtgeschwindigkeit. Bei der Gravitation ein imaginärer innerer Mittelpunkt, eine nicht definierbare Bewegungsmöglichkeit. Es ist nicht möglich eine gemeinsame Ursache zu finden, ohne das bestehende Vorstellungsmodell der Wirklichkeit zu zerstören.

10 Kausalität der Gravitationsempfindung

Seit Kopernikus wissen wir, dass die kausale Grundlage von etwas „immer Vorhandenem“ nicht identisch ist mit etwas „Entstandenem“. Die logisch kausale Basis verschiebt sich. Bei etwas Entstandenem befindet sich die kausale Grenze nicht innerhalb des Entstandenen. Bei etwas „immer Vorhandenem“ kann und darf eine Basisannahme keine kausale Ursache haben. Bei etwas Entstandenem muss eine Basisannahme eine Entstehung kausal zulassen. „Immer vorhanden“ schränkt die Kausalität und die Information ein. „Immer vorhanden“ darf keine Information über eine Entstehung haben. Mit der Erkenntnis, dass „die immer vorhandene Materie“ eine Entstehung hat, muss auch überprüft werden, ob die Basisannahmen für das Vorstellungsmodell weiterhin gültig sind und eine Entstehung kausal zulassen.

Auch die Gravitation ist so selbstverständlich, dass sich kaum jemand Gedanken über die logische Grundlage macht. Für die alltägliche Erfahrung ist dies auch bei der Gravitation nicht erforderlich. Die meisten Menschen sind überrascht bei der Mitteilung, dass die Ursache der Gravitation vollkommen unbekannt ist. Einstein ging von einer immer vorhandenen Gravitation ohne kausale Ursache als Ausgangsbasis aus. Die Physik sucht die Ursache der Gravitation. Auch den meisten Physikern ist nicht bewusst, dass bei einer immer vorhandenen Gravitationskraft als Ausgangsbasis, diese Kraft auch keine Information über eine kausale Ursache haben darf. Philosophisch darf etwas „immer Vorhandenes“ keine Information über eine Ursache oder Entstehung haben und umgekehrt etwas „Entstandenes“ muss eine Information über eine Ursache besitzen und ist nicht „immer vorhanden“. Wir interpretieren die Gravitation als Anziehung und Wirkung von einem Mittelpunkt. Der Bezugspunkt ist ein imaginärer Mittelpunkt. Eine Ursache ist stets vor der Wirkung da. Es gibt kein „hinter einem Mittelpunkt“. Eine Gegenkraft und eine Ursache sind kausal nicht zulässig. Eine Anziehung von innen ermöglicht keine logische Kausalität. Selbst eine imaginäre Gegenkraft ist kausal ausgeschlossen. Schon seit der kopernikanischen Wende wissen wir, dass monopolare Kräfte keinen Raumbezug und keine Kausalität haben. Die Gravitation ist eine monopolare Kraft. Eine Wirkung von einem Mittelpunkt ist akausal. Die Basisannahme der inneren Wirkung der Materie als Anziehung kann keine logisch kausale Ursache haben und hat keine Information über eine Entstehung, sie muss eine, selbstverständlich immer vorhandene, Wirkung sein. Einstein ging zu Recht von einer immer vorhandenen Gravitation ohne Ursache aus und dass, bei einer die Kausalität begleitenden Zeit mit einem Kausalgesetz ohne Ursache, es auch beim Zusammenhang keine logische Grundlage für eine Ursache gibt. Die Ursache wird bei der Erklärung nicht benötigt.

Unsere Wahrnehmung wird bestimmt von unserer Sensorik. Unsere Sensorik erfasst nur Wirkungen. Wir versuchen deshalb die Entstehung der Substanz aus universellen, immer gültigen Wirkungsgesetzen abzuleiten. Ohne Ursache ist eine Wirkung immer gültig. Bei immer gültigen Wirkungen können wir nur von einem „Nichts“ als Ursprung ausgehen. Aus dem „Nichts“ können nur Wirkungen ohne Ursache entstehen. „Immer gültig“ und „Entstehung aus dem Nichts“ beweisen sich gegenseitig. Aus „immer vorhandenen“ inneren Kräften lässt sich die Entstehung nicht ableiten. Die logische Kette kann nur zu einer Entstehung aus dem „Nichts“ führen. „Immer vorhanden“ schränkt die Kausalität und die Information ein.

Dass keine zwingende Zeitrichtung existiert, ist die Folge unseres kausalen Grundgesetzes. Beim historischen geozentrischen Modell ließen sich die Paradoxien der Planetenbahnen nur mit parallelen Strukturen erklären. Es entstand ein Vorstellungsmodell, das von mehreren parallelen Schalen umgeben war. Bei unserem heliozentrischen Modell lassen sich die möglichen Paradoxien einer nicht gerichteten Zeit nur mit möglichen parallelen Strukturen erklären. Die Zeit wird ein kompliziertes Thema. Auch unser Urknallmodell, einer Entstehung aus einer ursprünglichen Singularität, beruht auf mögliche Parallelstrukturen. Aus vielen möglichen Universen bleibt zufällig das Universum, bei dem die Wirkungsgesetze mit uns übereinstimmen, übrig. Singularität ist das physikalische Synonym für ungeklärt und gott­gegeben. Die Kausalität bildet eine Kausalkette von der Entstehung bis zur Gegenwart. Die Problematik einer Entstehung aus dem „göttlichen Nichts“ hat sich vom geozentrischen auf das heliozentrische Modell verschoben, aber nicht verändert. Eine Auflösung einer Paradoxie durch mögliche Parallelstrukturen (Universen, Dimensionen) dient dazu, das Ergebnis weiter denkbar zu gestalten, löst aber nicht die Paradoxie.

Unsere logische Grundlage lässt eine Ursache nur in der Vergangenheit, innerhalb des Bekannten zu. Eine Auswirkung auf die Materie lässt sich nur als innere Wirkung der Materie interpretieren. Das Universum wird nur von den Eigenschaften der wahrnehmbaren baryonischen Materie bestimmt. Das Prinzip der Kausalität beruht ausschließlich auf alltäglicher Erfahrung. Die alltägliche Erfahrung beruht aber auf den Erfahrungen und den sensorischen Möglichkeiten innerhalb eines bereits entstandenen Zustandes. Wenn wir nur das bestehende Kausalgesetz zulassen, gehen wir davon aus, dass alle Ursachen von Wirkungen und Veränderungen innerhalb des Entstandenen liegen. Dass sich alle Ereignisse und Veränderungen kausal einordnen lassen und dass die Richtung der Kausalkette nur von der Vergangenheit bestimmt wird.

11 Sensorik

Unsere Vorstellung von Veränderungen bestimmt unser Zeitempfinden. Dass der Zeitfluss nur eine subjektive Empfindung sein kann, wird bisher damit begründet, dass in uns keine eigenständige Sensorik für die Zeit selbst existiert. Veränderungen beruhen auf Wirkungen. Für die Erklärung von Veränderungen sind wir auf unsere Sensorik für Wirkungen angewiesen. Bei einer Veränderung muss die Ursache für eine Wirkung aber nicht im Bereich der Sensorik liegen. „Total dunkel“ und „total hell“ lassen sich unterscheiden. Die Lampe muss nicht im Blickfeld sein. Nur für die Erklärung der Wahrnehmung, für die Ursache, – Lampe an oder aus – muss der Bezugspunkt innerhalb der Sensorik liegen. Die Wahrnehmung einer Veränderung, einer Aus-Wirkung, ist auch möglich, wenn die Ursache der Wirkung außerhalb des direkten Wahrnehmungsbereiches liegt. Mit unserer Sensorik können wir nur die Auswirkung einer Wirkung registrieren. Eine Sensorik, worauf eine Wirkung beruht, gibt es nicht. Bei einer Wirkung ohne Ursache lässt sich nicht bestimmen, worauf eine wahrgenommene Veränderung beruht. Nicht nur die Wirkungen, auch die Erklärung für zeitliche Veränderungen sind ohne Ursache nur ein ungesichertes Vorstellungsmodell. Bei unserem Modell für Veränderungen fehlt eine zwingende Unumkehrbarkeit. Dass wir für die Wahrnehmung einer zeitlichen unumkehrbaren Entwicklungsrichtung keine physikalische Bestätigung finden, kann daran liegen dass die Ausgangsbasis einer Basiswirkung auf einer falschen Empfindung beruht. Unser Vorstellungsmodell und die logische Grundlage geht davon aus, dass bei einer wahrgenommenen Wirkung, sich auch die Ursache der Wirkung im wahrnehmbaren Bereich befindet. Unser Kausalgesetz lässt deshalb nur Lichtgeschwindigkeit als maximalen Bezugspunkt für Wirkungen zu. Der unbekannte Wirkungsmechanismus von kinetischer Energie und Gravitation darf nur innere Ursachen haben. Diese Basisannahme ist aber aus unserer Sensorik nicht ableitbar und unbegründet. Die logisch kausale Grenze für Veränderungen kann, mit unser Sensorik, nicht mit der Lichtgeschwindigkeit als maximalen Bezugspunkt definiert werden.

 

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